Seminarbeschreibung

Die gesellschaftliche Bedeutung von Kunst, Kultur und kultureller Bildung

12. Jugendkunstschultag Rheinland-Pfalz

10.30 Uhr: Ankommen und Begrüßung:

  • Prof. Dr. Marold Wosnitza, Oberbürgermeister der Stadt Zweibrücken
  • Michael Au, Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz

10.45 Uhr: Vorstellung von Projekten der kulturellen und politischen Bildung

  1. Kunsthaus Wäldchen mit „KuBi:Land – Kulturelle Bildung und Demokratieförderung auf dem Lande“, Daniel Diestelkamp
  2. Kunstverein Ludwigshafen mit „Trash – alles nur Müll?“, Stefanie Schubert und Janet Grau
  3. Jugendkulturwerkstatt Pirmasens mit „Zukunft zusammen – Chance für Alle“, Pouya Nemati
  4. Jugendkunstwerkstatt Koblenz / Kinder- und Jugendbüro mit „Orte der Kinderrechte“, Esther Detzel

11.30 Uhr: Input, anschl. Diskussion

  • »Die gesellschaftliche Bedeutung von Kunst, Kultur und kultureller Bildung – auch in Jugendkunstschulen«, Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung

13.30 Uhr: Mittagspause

  • Führung durch die Jugendkunstschule

14.30 Uhr: Kleingruppenarbeit zu den am Vormittag vorgestellten Projekten (siehe oben)

15.45 Uhr: Zusammenfassung der Arbeitsgruppen

16.15 Uhr: Geplantes Ende

In einer Zeit, in der unsere Gesellschaft und ihr politisches System zunehmend ins Wanken geraten, alte Gewissheiten zerbröckeln und lange geglaubte Haltungen und Werte in Frage gestellt und rechte Positionen scheinbar salonfähig werden, stellt sich die Frage zunehmend drängender: welche Aufgabe kommen hier Kunst und Kultur zu, die oftmals als Kitt der Gesellschaft definiert werden? Nicht nur dass Künstler*innen in ihrer Kunst politische Aussagen inszenieren, sondern es geht auch darum, welche Aufgabe den Kultureinrichtungen in der Vermittlung und Präsentation von Kunst und Kultur zukommen. Also den öffentlichen Institutionen wie den freien Trägern, somit auch den Jugendkunstschulen, die mit ihren niederschwelligen Formaten ja auch zum Ziel haben, möglichst viele Menschen aus unterschiedlichsten Schichten mit ihren Angeboten anzusprechen.

Landauf, landab finden wir zahlreiche Projekte in Kultureinrichtungen, die gesellschaftspolitische Fragestellungen mit künstlerischen Mitteln bearbeiten, im Freiraum der Kunst unter ästhetischen Kriterien, offen für eine subjektive und auch utopische Betrachtungsweise. Trotz der gesellschaftspolitischen Inhalte ist es doch in erster Linie ein kulturelles und künstlerisches Projekt, das sich an ästhetischen Maßstäben und nicht an den Kriterien der politischen Bildung orientiert. Kulturelle Bildung will sich nicht als „Handlanger“ politischer Bildung verstehen oder gar instrumentalisieren lassen – und dennoch ist das Interesse groß, in diesem Feld auch gesellschaftspolitische Fragestellungen zu bearbeiten.

Wo genau fängt dann politische Bildung an und hört die kulturelle Bildung auf, und welchen Weg gilt es sich anzunähern und sinnvolle Synergien zu erzeugen? Zur Einstimmung in die Thematik wird Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, in seinem Input kurz die Grundzüge der politischen Bildung darstellen und damit auch ihre Abgrenzung von kultureller Bildung. Im zweiten Teil wird er auf die gesellschaftliche Rolle von Kunst und Kultur eingehen und die Möglichkeiten – vielleicht auch Notwendigkeiten – der kulturellen Bildung in Jugendkunstschulen wie auch öffentlichen Kultureinrichtungen herausstellen.

Am Nachmittag werden wir uns in Workshops mit konkreten künstlerischen Projekten aus unseren Einrichtungen befassen. Mit unterschiedlichen Formen und Formaten von künstlerischem Angebot und kultureller Bildung wurden und werden in verschiedenen Einrichtungen gesellschaftspolitische Fragestellungen bearbeitet bzw. gesellschaftspolitische Wirkung intendiert. Frage: Wird hier kulturelle Bildung zum „Handlanger“ politischer Bildung auf dem Hintergrund der gesellschaftlichen Situation oder wo liegt der spezielle Ansatz der kulturellen Bildung auch in diesen Projekten?

Als Fachverband für Jugendkunstschulen in Rheinland-Pfalz wurde die LAG Soziokultur und Kulturpädagogik e.V. mit der Overheadaufgabe der Begleitung und Unterstützung der Initiativen beauftragt.

Veranstaltungsort