Seminarbeschreibung

Kulturelle Bildung und Digitalität – Potenziale, Notwendigkeiten und Herausforderungen

13. Jugendkunstschultag Rheinland-Pfalz

Seit Mitte März diesen Jahres sind wir aufgrund Corona mit einem verstärkten Umgang mit den Medien konfrontiert. Wir stürzten uns gezwungenermaßen hinein und probierten verschiedene Formen und Tools aus, machten unsere Erfahrungen, lernten interessante Möglichkeiten, aber auch Grenzen und „Unmöglichkeiten“ der digitalen Vermittlung und Kontaktaufnahme mit Teilnehmer*innen und Kolleg*innen kennen. Am diesjährigen Jugendkunstschultag wollen wir uns diesem Thema nun auf verschiedenen Ebenen intensiver widmen.

Wir drücken ständig Knöpfe, der Unterschied zwischen online und offline oder virtuell und real spielt eigentlich keine Rolle mehr, und aus der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen sind digitale Endgeräte nicht mehr wegzudenken. Digitalisierung durchdringt den Alltag und auch Akteur*innen der Kulturellen Bildung nutzen – geradezu vorangetrieben durch die Corona Krise – digitale Techniken und Möglichkeiten, um ästhetische Erfahrungen, Selbstwirksamkeitserfahrungen und kulturelle Teilhabeprozesse zu ermöglichen.

Welche Bedeutung aber hat die Digitalisierung für Jugendkunstschulen? Welche Chancen und welche Herausforderungen bringt der digitale Wandel in Bezug auf die Gestaltung von kulturellen Bildungszusammenhängen mit sich? Der Kulturellen Bildung liegt ein Menschenbild als erfahrungsbezogenes und bildsames Wesen zugrunde, in dem Potenziale schlummern, die es ganzheitlich und leiblich zu entdecken und zu entwickeln gilt. Können die im Kontext der Digitalisierung entstandenen und entstehenden
künstlerischen Praktiken diesem Anspruch gerecht werden?

Christina Biundo und Judith Reidenbach von der Servicestelle Kulturelle Bildung Rheinland-Pfalz werden in einem interaktiven Impulsvortrag Pro und Contra der digitalen kulturellen Bildung aus der Praxis betrachtet pointiert darstellen und zur Diskussion anregen.

Im Anschluss wird Prof. Dr. Lisa Unterberg mit einem Input wissenschaftliche Erkenntnisse und Betrachtungen des Themas vorstellen: vor einer kurzen historischen Hintergrundbetrachtung befasst sich ihr Vortrag mit der Frage, wie wir Digitalität in unserer heutigen Zeit verstehen können. Dabei geht es weniger um den technologischen Wandel, als vielmehr um einen Kulturwandel unserer Gesellschaft. Es spielt eben nicht nur die Auseinandersetzung mit digitalen Endgeräten eine Rolle, sondern es geht vielmehr um die Auseinandersetzung mit neuen und veränderten Zugängen und Verhältnissen zur Welt und damit um die Auswirkungen auf den Einzelnen und die Gesellschaft.

Am Nachmittag werden wir uns in Workshops ganz konkret mit den Themen „Social Media Marketing“, „(Urheber-)Recht in den Sozialen Medien“ und „Digitale Lernräume gestalten“ auseinandersetzen. Als Fachverband für Jugendkunstschulen in Rheinland- Pfalz wurde die LAG Soziokultur und Kulturpädagogik e.V. mit der Overheadaufgabe der Begleitung und Unterstützung der Initiativen beauftragt.

Programm  

10.15 Uhr
Ankommen und Begrüßung durch Dr. Dennis Alt,// Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft,Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz
10.30 Uhr
Interaktiver Impulsvortrag- Kulturelle Bildung und Digitalität, Christina Biundo// Servicestelle Kulturelle Bildung Rheinland-Pfalz
und Judith Reidenbach// Beratungsstelle »Kultur macht stark« Rheinland-Pfalz
11.15 Uhr
Jugendkunstschulen in einer post-digitalen Welt, Prof. Dr. Lisa Unterberg// IUBH Internationale Hochschule Stuttgart
Diskussion
12.45 Uhr
Mittagspause
14.00 -16.00 Uhr
Kleingruppenarbeit in folgenden Workshops
(1) Social Media Marketing, Christine Lentz // Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
(2) (Urheber-)Recht in den Sozialen Medien, Christian Korte// Rechtsanwalt
(3) Digitale Lernräume gestalten, Marten Gerdnun//Servicestelle „netzwärts“ für Medienbildung im Freiwilligendienst
16.00 Uhr
Kurzbericht aus den Workshops
16.15 Uhr
Geplantes Ende

Mit Unterstützung durch das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur.

Veranstaltungsort